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Korrosionsbeständige Stähle mit optimaler Zerspanbarkeit
Die Zerspanbarkeit von korrosionsbeständigen Stählen
Konventionell hergestellte korrosionsbeständige Werkstoffe wie, WN 1.4301/1.4435 weisen infolge ihrer Legierungsart eine schlechte Zerspanbarkeit auf. Durch das Zulegieren von max. 0,35% Schwefel kann eine Verbesserung der Zerspanbarkeit erreicht werden. Bei dieser Gruppe der korrosionsbeständigen Automatenstählen wird der Spanbruch durch den hohen Schwefelgehalt verbessert, jedoch hat er einen negativen Einfluss auf die Korrosionsbeständigkeit, die Schweissbarkeit und begünstigt das Auftreten von Sprödbruch bei der Verformung.
Warum sind konventionell hergestellte korrosionsbeständige Stähle schwierig zu verarbeiten?
Korrosionsbeständige Stähle ohne Schwefelzusatz sind nur schwer zu verarbeiten. Die Zerspanung ist mit einem grossen Aufwand und hohen Bearbeitungs- und Werkzeugkosten verbunden. Zusätzlich erfordert die Verarbeitung einen hohen Erfahrungswert, damit die geforderte Qualität gewährleistet ist.
- Korrosionsbeständige Stähle sind schlechte Wärmeleiter, dies führt zu erhöhten Temperaturen an der Werkzeugschneide.
- Durch die Zerspanung erhärtet sich das Material, es entsteht eine harte Oberfläche.
- Diese Werkstoffe sind zäh, dadurch muss mehr Energie aufgewendet werden.
- Infolge der hohen Zähigkeit besitzen diese Stähle schlechte Spanbrucheigenschaften.
- Der hohe Nickelgehalt schmiert leicht und führt zu Aufbauschneiden, die Standzeit der Werkzeuge wird dadurch stark vermindert.
Korr. best. Stähle mit opt. Zerspanbark. ohne erhöhten Schwefelgehalt sind die ideale Lösung
Durch intensive Forschung war es dem schwedischen Stahlhersteller UDDEHOLM AB vor einigen Jahren gelungen, als erster korrosionsbeständige Stähle mit einer optimalen Zerspanbarkeit ohne Schwefelzusatz herzustellen.
Bei diesem Herstellungsprozess von korrosionsbeständigen Stählen wird der nach der Euro Norm
EN 10088- 1- 3* zulässige Schwefelgehalt für zu bearbeitende Erzeugnisse von max. 0.030 % nicht überschritten. Das Verfahren beruht auf einer speziellen Schmelzmetallurgie. Durch das Einbringen von CaSi- Pulver in die flüssige Schmelze, werden harte Einschlüsse aus Aluminiumoxid und Mangansulfid zu weichen, harmlosen Kalzium- Silizium- Aluminiumoxiden und Mangan- Kalziumsulfiden gebildet, welche bei der Bearbeitung die Zerspanbarkeit und den Spanbruch stark verbessern. Das Einrühren von Argon sichert zudem eine gleichmässige, feine Verteilung der Einschlüsse in der ganzen Schmelze. Bei diesem Verfahren bleiben die Eigenschaften wie sie konventionell hergestellte korrosionsbeständige Stähle aufweisen erhalten.
In letzter Zeit haben einige von unseren Lieferwerken auch die Produktion von CA- behandelten korrosionsbeständigen Stählen aufgenommen, so dass heute ein vielseitiges Angebot an Werkstoffen und Produkten vorliegt.
Vorteile
- Problemlose Zerspanung
- Wahl höherer Schnittdaten
- Kürzere Produktionszeiten
- Weniger Unterbrüche in der Fabrikation
- Standzeiterhöhung der Werkzeuge
- Senkung der Produktions- und Werkzeugkosten
- Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit
Schnittdaten- Tabellen
Diese können bei uns angefordert werden. Die aufgeführten Daten sind jedoch als Richtwerte zu betrachten und müssen den örtlichen Gegebenheiten entsprechend optimiert werden. Die Zerspanbarkeit ist nicht nur vom Werkstoff abhängig, Maschine, Werkzeug, Kühlmittel, Vibrationen, falsche Schnittdaten und nicht zuletzt die Erfahrung des Maschinenoperateurs können die Resultate stark beeinflussen.
Regeln für die Zerspanung von korrosionsbeständigen Stählen mit optimaler Zerspanbarkeit
- Stabile Werkzeugmaschine einsetzen.
- Werkstück und Werkzeuge müssen fest und sicher eingespannt werden. Um Vibrationen zu vermeiden, sollen die Werkzeuge so kurz wie möglich eingespannt sein.
- Vibrationen entstehen auch, wenn der Eckradius am Werkzeug zu gross ist.
- Nur Werkzeuge mit optimaler Schneidenschärfe und Schneidenfestigkeit verwenden.
- Den positiven Spanwinkel grösstmöglich wählen, vorzugsweise nur hochpositive Werkzeuge einsetzen. Bei Hartmetallwerkzeugen darauf achten, dass die Schutzsenkung der Schneid-platte nicht zu tief ist.
- Hierbei gilt es manchmal einen Kompromiss zu finden.
- Schneidplatten häufiger wechseln als dies bei der Bearbeitung von C- Stählen üblich ist. Eine stumpfe Schneide kann eine Aufhärtung der Oberfläche verursachen.
- Spantiefe nicht zu klein wählen, um unter die entstandene Oberflächenverfestigung des vorangegangenen Schnittes zu gelangen
- Mit der richtigen Schnittgeschwindigkeit arbeiten, ist diese zu niedrig, wird der Schmiereffekt nicht erreicht und die Bildung einer Aufbauschneide begünstigt.
- Reichlich Kühlemulsion verwenden, wenn möglich mit HD- Zusatz, damit die Wärme von der Schnittzone besser abgeleitet wird.
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